Barrierefreies Wohnen für behinderte und ältere Menschen
Älteren und behinderten Menschen ist der Erhalt ihrer Selbstbestimmung ein sehr wichtiges Thema. Sie möchten so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung unabhängig wohnen können. Der demografische Wandel in unserer Gesellschaft, die Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren wird nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um rund ein Drittel (33 %) von 16,7 Millionen im Jahr 2008 auf 22,3 Millionen Personen im Jahr 2030 ansteigen, erfordert eine gezielte Hinwendung zu diesem Thema. Bund, Länder und Kommunen arbeiten daher in Workshops Strategien der Veränderung aus, sowohl auf städtebaulicher wie auch auf individueller Förderungsebene. Dabei soll nicht nur die körperliche Seite bedacht werden, sondern das Ziel soll Bequemlichkeit, Sicherheit und das Gefühl der Geborgenheit sein.
Schon heute (2011) gibt es eine Reihe von Förderungsprogrammen für das Bauen odern den Umbau barrierefreier Wohnungen durch zinsgünstige Darlehen oder Zuschüsse. Wer sich dafür interessiert, kann auf dem Portal barrierefrei.de eine einfache Suchabfrage starten, die ihm zu Auskünften über Programme verhilft, die seinen persönlichen Anliegen dienen. Potenzielle Bauherren, Arbeitgeber von Behinderten und Betroffene finden dabei Kontaktdaten und die Inhalte der Förderprogramme in ihrem Bundesland zum Herunterladen. Angeboten werden auch Produkte, die ein barrierefreies Leben, dieser Begriff geht weit über die Rollstuhltauglichkeit von Wohnungen hinaus, ermöglichen sollen. Zwar finden sich dort u. a. die Rollstuhlrampen (2011: 190,90 €), aber auch z. B. ergonomisch besonders geformte und sehr leichte Besteckteile (2011: 22,90 €). Insgesamt sind diese Produkte darauf ausgelegt, den Alltag senioren- oder behindertengerecht zu erleichtern. Dabei werden auch Tipps gegeben, die es ermöglichen, vorhandene Möbel so zu verändern, dass sie dem Alter angemessen werden, ohne große Kosten zu verursachen. So zum Beispiel Podeste, die unter das Bett gestellt werden und damit die Liegefläche erhöhen, ohne dass ein neues Bett gekauft werden muss. Auch das Thema Bad und seine Elemente werden ausführlich abgehandelt.
Will der interessierte Bauherr ein Bauvorhaben angehen, dann finden sich hier Adressen von Experten und Fachfirmen, die beratend zur Seite stehen können. Solche Adressen bekommt der Interessierte aber auch über die verschiedenen Seniorenvereine in seinem Wohnort. Schließlich müssen sowohl beim Neubau wie bei der Sanierung geforderte Normen eingehalten werden und eine fachgerechte Ausführung ist das A und O. Auch die Landesbauordnung lässt sich hier einsehen, die den Rahmen für die öffentlichen und privaten Bauten setzt. Für junge Bauherren ist es durchaus ebenfalls sinnvoll, sich hier umzusehen. Erstens werden auch sie einmal älter, zum anderen machen sie ihre Immobilie dadurch werthaltiger. In der Diskussion der öffentlichen Workshops nehmen vor allem neue Formen des Zusammenlebens im Alter einen breiten Raum ein. Will jemand solche eines Tages verwirklichen, dann ist es wichtig, die Immobilie möglicherweise schon daraufhin zu konzipieren. Hinweise auf den aktuellen Stand der Diskussionen finden sich bei der Bertelsmann Stiftung. Diese stellt Projekte vor, die in Kommunen bereits erprobt worden sind. Ein ganz wichtiger Hinweis soll hier noch an den Schluss gestellt werden: Es ist sehr wichtig, frühzeitig an die möglichen Um- oder Baumaßnahmen zu denken.

